Heilung ist ein Prozess der Veränderung. Die Verletzungen, die wir vielleicht in der Kindheit erlebt haben liegen in der Vergangenheit. Nur die Muster, die wir entwickelt haben, um am besten in unserer Kindheit zu überleben in der Familie, die bestimmen noch heute unseren Alltag. Für unseren Körper, unser Nervensystem ist es eben nicht vorbei. Wie können wir unser Gehirn überzeugen, dass die Gefahr vorbei ist?
Trauma ist kein Ereignis in der Vergangenheit - sondern eine Gewichtung in der Gegenwart.
Wahrnehmung ist kein passives Empfangen von Reizen. Unser System sagt ständig voraus, was im nächsten Moment passieren wird und gleicht diese Vorhersagen mit dem ab, was tatsächlich eintrifft.
Bei Menschen, die traumatisiert sind, werden diese Vorhersagen was Gefahren angeht übertrieben. Sie wittern überall Gefahr. So können neue Erfahrungen kaum erfahren werden, weil die Welt mit anderen Augen gesehen wird. Das Trauma sitzt also nicht in der Erinnerung sondern in der Art der Wahrnehmung des Hier und Jetzt.
Das System ist bei Trauma in einer ständigen Überreizung und Überanstrengung, vor Gefahren zu schützen.
Diese ständige Bereitschaft und Überreizung kostet Energie. Wenn das System in einer ständigen Alarmbereitschaft lebt hat das gesundheitliche Konsequenzen. Es können Autoimmunreaktionen, höhere Infektanfälligkeit oder chronische Schmerzen auftreten. Heilung braucht jedoch Energie.
Du brauchst also erst einmal Energie, um an deinen Traumen arbeiten zu können. Vor allem auch genügend Schlaf!
Trauma entsteht zwischen Menschen, wirkt zwischen Menschen und heilt zwischen Menschen!
Wir regulieren uns nicht alleine. Mütter und Babys synchronisieren ihre Atmung, Herzfrequenz, ihre Gefühle Und diese Synchronisation formt das spätere Regulationsvermögen des Kindes und des späteren Erwachsenen. Traumatisierte Menschen können sich selbst schlechter regulieren. Daher ist es wichtig in der Therapie den anderen Co-Regulation anzubieten, den Raum und die Person also zu Halten. Wenn die Person das als Kind nicht erfahren hat, wie soll er/sie als Erwachsene wissen, wie das geht?
Heilung passiert zwischen Menschen!
Zwischen dir und einem Menschen, der deine Signale wahr nehmen kann und beantworten kann. Der Mensch erlernt Regulation nur, wenn er es in einem echten Kontakt erlebt.
Was niemand mit Dir gespürt hat, kannst Du nicht alleine fühlen!
Trauma ist nicht durch Verstehen heilbar sondern durch fühlen im Körper!
Heilung ist kein Ereignis, sondern ein Neu-Lernen,
Heilung ist nur in kleinen Schritten und durch Wiederholungen einzuleiten. Das system braucht schlicht Wiederholungen eds neu Erlebten, damit man nicht immer wieder im Alltag in die alten Muster rutscht.
Heilung braucht Trauer!
Bevor sich etwas neues setzen kann, braucht es die Anerkennung, dass früher etwas sehr wesentliches gefehlt hat, was es nicht gab, was verloren ging. Die Kindheit, die du hättest haben sollen. Die Sicherheit, die du nie hattest. Die Liebe, die du nie hattest.
Trauer ist kein Selbstmitleid. Trauer ist ein Anerkennung der Tatsache. Verlust ist eine Rekalibrierung der inneren Landkarte. Und erst dann kann man sich neuen Erfahrung öffnen.
Heilung braucht Neugier!
Neugier ist das Gegenstück zu Bedrohung. Sie öffnet das System statt es zu verschließen.
