Eye Movement Desentizitation and Reprocessing - Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen. Eine hochwirksame psychotherapeutische Methode zur Behandlung von belastenden Erinnerungen und Traumata.
EMDR nutzt gezielte Augenbewegungen, um eine wechselseitige Stimulierung beider Gehirnhälften zu erreichen.
Der/Die Klient*in folgt mit den Augen dem Finger der Therapeutin, welcher sich abwechselnd zwischen rechtem und linkem Auge hin und her bewegt. Dadurch kann ein "Verdauungsprozess" eines Schocks, bzw. Traumas in Gang gesetzt werden.
EMDR ist sehr wirksam bei Postraumatischen Belastungsstörungen. Vor allem wenn es durch ein Schocktrauma, also ein einzelnes überforderndes Ereignis, ausgelöst wurde. Beispiele:
schwerer Unfall, Naturkatastrophe, Vergewaltigung, Überfall und anderes.
Die provozierten bilateralen Augenbewegungen sind vergleichbar mit den Rapid Eye Movement des REM Schlafes. In dieser Schlafphase werden die Ereignisse des Tages verarbeitet. Bei einem Schocktrauma sind die Ereignisse zu extrem, es kommt zu einer Überforderung des Nervensystems. Das Ereignis wird in Fragmente zerrissen. Und so an verschiedenen Orten des Gehirns abgelagert. So sind es einzelne Fragmente, die immer wieder durch Trigger ausgelöst, Symptome hervorrufen können. Es kann so zu einem ständigen Wiedererleben des Traumas kommen. Durch EMDR werden die einzelnen Fragmente verbunden zu einer zusammen hängenden Geschichte. Ein Verarbeitungsprozess kommt in Gang. Das überfordernde Ereignis kann so der Vergangenheit zugeorndet werden.
